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Qualifizierte dürfen sich auf goldene Zeiten freuen

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Prognose zur Entwicklung von Arbeit und Bildung in Deutschland

Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Einkommen steigen, weil es einen Mangel an Fachkräften geben wird. Ungelernte werden dennoch kaum Chancen am Arbeitsmarkt haben. Akademiker umso mehr. Die Zahl der dual Ausgebildeten bleibt konstant, es werden aber andere Berufe gebraucht, als heute. Zu diesen Einschätzungen kommt die Studie ‚Arbeitsmarkt 2030‘, die im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erstellt wurde.

Die demografische Entwicklung in Deutschland kann kaum ungünstiger verlaufen: die Jungen werden weniger, die Alten mehr. Selbst unter der Annahme, dass Politik und Unternehmen alles dafür tun werden, um das Arbeitsangebot auszuweiten, werden dem Arbeitsmarkt 2030 etwa 2,9 Millionen Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen. Die Folge wird sein, dass sich die Erwerbsquoten älterer Menschen und der von Frauen erhöhen. Die Arbeitslosigkeit von rund 3,1 (im Jahr 2010) sinkt auf 1,7 Millionen, und durch den Arbeitskräftemangel wird das Durchschnittseinkommen der Bevölkerung 2030 um 40 Prozent über dem Niveau von 2010 liegen. So die Prognose der Wissenschaftler von Economix Research & Consulting, München, die die Studie erstellt haben.

Nach deren Meinung wird Deutschland seinen Weg in die Dienstleistungsökonomie mit Nachdruck fortsetzen. Allein im Bereich der Unternehmensdienste (Beratung, Forschung, Entwicklung, Service) werden bis 2030 rund 750.000 Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus werden in der Finanzbranche, Erziehung, Gesundheit und Sozialwesen per Saldo Arbeitsplätze geschaffen. Dem stehen deutliche Arbeitsplatzverluste im verarbeitenden Gewerbe, in Handel und Verkehr und im öffentlichen Dienst gegenüber. Auch die Bauwirtschaft, die Energie- und Wasserversorgung und die Landwirtschaft bauen Stellen ab. Es wird aber mehr Manager und leitenden Personen geben. Dies ist charakteristisch für den technischen und organisatorischen Fortschritt, der zu Einsparungen bei einfacherer Arbeit führt, komplexere Tätigkeiten aber begünstigt.

Die Autoren der Studie nehmen an, dass der Druck zu Produktivitätssteigerungen und der Strukturwandel hin zur Dienstleistung dazu führen wird, dass die Qualifikation der Erwerbstätigen bis 2030 eine erhebliche Aufwertung erfahren wird. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss steigt bis 2030 um 40 Prozent auf 10,4 Millionen. Die der Erwerbstätigen mit dualer Ausbildung bleibt bei etwa 20,5 Millionen. Verlierer sind eindeutig Erwerbstätige ohne berufliche Bildung. Deren Anteil wird um 3,4 auf 5 Millionen sinken.

Den Löwenanteil der zusätzlichen Jobs für Hochschulabsolventen werden die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler einnehmen. Management und Finanzen werden die zentral benötigten Kompetenzen in den wirtschaftsorientierten Berufen sein. Einen deutlichen Anstieg der Beschäftigtenzahlen erwarten die Wissenschaftler auch für die Fachgebiete Mathematik und Naturwissenschaften. Die Zahl der Ingenieure aber wird nur wenig steigen. Dies hängt mit der wachsenden Bedeutung von Forschung und Entwicklung im Vergleich zur Warenproduktion zusammen. Darüber hinaus steigt die Nachfrage nach Sprach- und Kulturwissenschaftlern, ebenso wie die der Humanmediziner.

Innerhalb der Beschäftigten mit dualer Ausbildung wird es zu einer deutlichen Ausweitung der Nachfrage nach Arbeitskräften mit einer Ausbildung in Gesundheits- und Pflegeberufen kommen. Ebenfalls ansteigen wird der Bedarf nach Ausgebildeten in Körperpflege, Gästebetreuung, hauswirtschaftliche und Reinigungs-Berufe. Dem steht ein starker Rückgang der Nachfrage nach Ausgebildeten der Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe gegenüber. Die Zahl der Arbeitskräfte mit einer Ausbildung in einem Fertigungsberuf wird sich kaum ändern. (2/2014, Peter Ilg)

core10/box-red.gif Genauere Hinweise